Auf den (ungeräumten) Wegen einer mehr und mehr fahrradfreundlichen Stadt

Fahrradfahren macht Spaß. Fahrradfahren ist gesund. Fahrradfahren schont Umwelt und Klima.

Hierfür gibt es viele Erhebungen, Statistiken, Zahlen und Artikel. Darauf will ich gar nicht weiter eingehen, dies lässt sich umfangreich nachlesen.

Obige Attribute des Fahrradfahrens gelten auch im Winter, in der kalten Jahreszeit. Denn es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falschen Klamotten. Ein Fahrrad lässt sich wunderbar für den Winter ausrüsten, ich nenne hier nur als Beispiel Winter- und Spike Reifen. (Mit diesen macht das Fahren auf Eis sogar richtig Spaß, ist sicher und der Radfahrer kommt besser voran als jedes Auto und Fußgänger).

Die Anzahl der Radfahrer sinkt meiner Wahrnehmung nach in diesen Wintermonaten nicht oder nur ganz unwesentlich. Ausnahme war vor wenigen Wochen der Samstag, als der angekündigte Eisregen kam. Aber da waren selbst die Straßen von Autos ziemlich unbenutzt, ebenso wie die Fußwege. Und trotzdem begegneten mir Radfahrer. Denn es gibt einige die nicht auf ihr Rad verzichten wollen oder können. Letztere fuhren dann allerdings fast ausnahmslos auf der Straße.

Die Straßen werden, wie in den allermeisten Städten und Gemeinden, immer zuerst geräumt und gestreut. Rad- und Fußwege folgen dann stark zeitversetzt, teilweise, besonders wenn die Räumpflicht bei Hausbesitzern und Privatpersonen liegt, auch gar nicht. So wird man als Radfahrer gewissermaßen zur Benutzung der Straßen gezwungen, wenn man nicht einen Sturz auf gefährlichen Oberflächen riskieren will (oder man macht statt einer Radtour einen Spaziergang, trittsicher mit unter geschnallten Spikes).

Das Gute ist, dass die Benutzung der Fahrbahnen für Radfahrer seit 1997 grundsätzlich erlaubt ist (bis auf wenige Abschnitte mit benutzungspflichtigen Radwegen). Denn Radfahrer sind gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Trotzdem werden von den Radfahrern die meisten Radwege in Elmshorn weiterhin genutzt (was unter anderem auch mit der Erneuerung und Neugestaltung ebendieser Radwege begründet ist).

Nun geht die Krux mit den ungeräumten Rad- und Fußwegen leider auch nach Ende der „extremen“ Wetterbedingungen weiter.  Denn das auf vielen Radwegflächen aufgebrachte Streugut bleibt einfach liegen. Hinzu kommen Äste, Zweige, Müll, Scherben (diese nicht nur neben Altglascontainern, die viel zu oft direkt neben Radwegen stehen) und was sonst noch so liegen bleibt.

Das Streugut auf den Radwegen wird auf trockenem Untergrund ziemlich rutschig und für Fahrräder richtig gefährlich. Das gleiche gilt für Äste, Zweige, Müll und was sonst noch so liegen bleibt. Scherben produzieren, wenn das Fahrrad nicht mit guten pannensicheren Reifen ausgestattet ist, unnötig platte Reifen. Letztere habe ich auf meinen Rädern montiert, sodass die mindestens 3 Scherbenhaufen auf meinem täglichen Arbeitsweg von 3 km keine Probleme darstellen.

Dies alles macht das Fahrradfahren sehr unangenehm, nimmt einem den Spaß am Radeln und lässt auf Besserung hoffen. Wer sich selber ein Bild machen mag, möchte nur mal als Beispiele die Ansgarstraße und/oder den Adenauerdamm entlang radeln.

Zu einer fahrradfreundlichen Stadt gehört für mich, und wohl auch allen anderen Radfahrern, neben einem gut ausgebauten Radwegenetz auch deren Wartung, Pflege, Instandsetzung und Reinigung. Sobald dies normal ist, ist es super.

Von deren möglichen Umsetzung ich mich, mit neidischem Blick, täglich auf den PKW Fahrbahnen überzeugen kann.

(Ron Mohr, ADFC Elmshorn)

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